
FAQ
Wie bist Du zum Snowboarden gekommen?
Amelie: Mit drei Jahren habe ich mit dem Skilaufen angefangen. Später habe ich mich nur mal so zum Spaß aufs Snowboard gestellt. Daraus hat sich dann eine ganz schöne Eigendynamik entwickelt, und mit elf, zwölf Jahren bin ich komplett aufs Snowboard umgestiegen.
Du machst eine Ausbildung zur Polizeimeisterin - wie bekommst Du das mit dem Leistungssport unter einen Hut?
Amelie: Das geht super! Ich besuche eine spezielle Sportschule. Dort sind die Ausbildungsinhalte auf vier dicht gepackte Monate im Jahr komprimiert, die restliche Zeit kann ich trainieren und zu Wettkämpfen fahren.
Seit den olympischen Winterspiele in Turin bist Du allen Wintersportfans in Deutschland ein Begriff. Welchen Stellenwert hat die Olympiateilnahme für Dich?
Amelie: Da hat sich für mich ein Kindheitstraum erfüllt. Die Winterspiele in Lillehammer waren die ersten, die ich bewusst mitbekommen habe, und seitdem habe ich davon geträumt, selber einmal dabei zu sein. Die Wettkämpfe sind ja eigentlich dieselben wie sonst auch, aber das ganze Drumherum mit Medien, Fans und Security ist einfach unvergleichlich und war eine unglaublich tolle Erfahrung!
Was ist das für ein Gefühl, eine olympische Silbermedaille zu gewinnen?
Amelie: Eine wahnsinnige Erfahrung! Die Siegerehrung auf der Medal Plaza war einfach toll. Das Gefühl kann man gar nicht richtig in Worte fassen. Schon im Fernsehen fand ich diese Siegerehrungen immer ergreifend, aber das TV bringt vielleicht gerade mal einen Bruchteil rüber...
Wie sehen Deine nächsten sportlichen Ziele aus?
Amelie: Ich möchte mich natürlich gerne im Weltcup etablieren. Der achte Platz Gesamt in der Saison 2005/2006 war gut, aber ich bin sehr ehrgeizig... In vier Jahren wäre ich wahnsinnig gerne wieder bei den olympischen Spielen dabei. 2006 ist mein letztes Jahr als Juniorin, und ich würde gerne bei der Junioren-WM und den Weltmeisterschaften in Arosa starten. Es gibt nur wenige Fahrer, die die Gelegenheit haben, an beiden WMs im selben Jahr teilzunehmen.
Du bist wirklich noch jung, machst aber einen sehr zielstrebigen, erwachsenen Eindruck. Wie siehst Du Dich selber?
Amelie: Ich war viel alleine unterwegs, bin mit fünfzehn bzw. sechzehn Jahren schon auf fast allen Kontinenten gewesen. Ich war immer die Jüngste, und obwohl die älteren Athleten natürlich schon etwas auf mich aufgepasst haben, musste ich immer viel alleine regeln und sehen, wie ich klarkomme. Letztes Jahr habe ich mal acht Stunden auf einem Flughafen in Russland festgesessen, niemand konnte mich verstehen, und ich musste irgendwie meinen Weiterflug organisieren... kann schon sein, dass man dadurch schneller erwachsen wird.
